Rückschlag für Grunbach 1 – Niederlage gegen Böblingen 2

Am 7. Spieltag der Verbandsliga stand für Grunbach 1 das Auswärtsspiel bei Böblingen 2 auf dem Programm. Im Vorfeld war auf Grunbacher Seite die Hoffnung auf (mindestens) einen Mannschaftspunkt vorhanden. Umso ernüchternder war dann die klare 3:5-Niederlage.

Zu Beginn konnte Grunbach die Begegnung noch ausgeglichen gestalten. Am Spitzenbrett erzielte Spyridon Skembris sogar die anfängliche Führung für Grunbach. Er entwickelte sich gewohnt solide und stellte den Böblinger Erhard Frolik in der Folge wiederholt vor konkrete Entscheidungen, bis dieser fehlgriff und im Endspiel vor der Wahl zwischen Matt und entscheidendem Materialverlust stand.

An Brett 7 kam aber postwendend der Ausgleich für Böblingen. Peter Brun verlor gegen Harry Messner schon früh einen wichtigen Bauern im Zentrum. Sein Gegenspiel am Damenflügel brachte nicht den gewünschten Erfolg. Nachdem auch noch Peters Bauernstellung am Königsflügel aufgerissen wurde, konnte er den folgenden Königsangriff nicht mehr parieren.

In der Partie von Berthold Rabus (5) gegen Nikola Petkovic stand nach einer eigentlich ruhigen Eröffnung eine scharfe taktische Stellung auf dem Brett, was sich bei beiden auch auf der Uhr bemerkbar machte. Berthold konnte eine Mattdrohung aufstellen, die sich in Zeitnot als sehr lästig erwies. Der Böblinger konnte seine Stellung zunächst noch zusammenhalten, machte dann aber – dem Diktat der Uhr geschuldet – einen groben Fehler, wonach das sofortige Matt nur noch durch Damenverlust zu vermeiden gewesen wäre.

Miroslav Kleman (2) opferte in der Eröffnung einen Bauern. In der Folge sah seine Stellung mit unrochiertem König und vereinzelten Bauern zumindest optisch etwas verdächtig aus. Diese Einschätzung wurde dann in der elektronischen Analyse auch bestätigt. Nach einer Ungenauigkeit von Bernd-Martin Schuh konnte Miroslav die Stellung aber sukzessive vereinfachen. Schließlich stand ein ausgeglichenes Läuferendspiel auf dem Brett, in dem der Minusbauer keine Rolle spielte.

Bei der Analyse der Partie von Vasileios Telioridis (8) gegen Georg Drache schlägt die Computerbewertung wild aus. Vasileios landete nach der Eröffnung in einer gedrückten Stellung, was von der Blechkiste mit einem deutlichen Stellungsplus für seinen Gegner („-1.20“ aus Grunbacher Sicht) quittiert wird. Anschließend drang die Böblinger Dame etwas voreilig in die Grunbacher Königsstellung ein, wo sie aber keinen Schaden anrichten konnte („0.00“). Zudem bot sich Vasileios in der Folge die Möglichkeit, die gegnerische Dame zu fangen oder selbst gewinnbringend am Böblinger Königsflügel einzudringen („+4“). Stattdessen spielte er einige schwächere Züge, bei denen die Bewertung über „0.00“ auf „-4“ und „-12“ drehte, was dann eindeutig zu viel war.

Jürgen Ditter (4) geriet in eine Eröffnungsvariante, in der er sich sichtlich unwohl fühlte. Objektiv gesehen bot die Stellung gute Chancen auf Ausgleich. In der Partie konnte Jürgen aber seine Stärken nicht aufs Brett bringen und geriet sukzessive in die Defensive. Schließlich gewann der Böblinger Torsten Schulte einen Bauern, der im Turmendspiel überraschend leicht den Sieg brachte.

An Brett 6 musste Dirk König lange Zeit eine etwas schlechtere Stellung verwalten, in der sein Gegner Hans-Peter Remmler eine Bauernmajorität am Damenflügel besaß. An der grundlegenden Beurteilung der Stellung änderte auch der Abtausch der Schwerfiguren nichts. Im Leichtfigurenendspiel findet der Computer eine weitere Abtauschkombination, nach der er die Stellung als total ausgeglichen bewertet. Für das menschliche Auge ist das nicht ohne weiteres nachvollziehbar, da immer noch ein Böblinger Freibauer auf der d-Linie verbleibt. Dirk ging an dieser Möglichkeit dann auch vorbei und stellte in Zeitnot einen Bauern ein, der seinem Gegner zwei verbundene Freibauern überließ. Der Rest war eine Frage der Technik.

Jan Dietzel (3) kam gut aus der Eröffnung heraus. Er hatte einen Mehrbauern und eine deutlich vorteilhafte Stellung, konnte aber keine klare Gewinnmöglichkeit finden (von denen es dem Computer zufolge einige gab). Nach der Zeitnotphase hatte Jan dann ein Endspiel mit zwei Läufern gegen Turm und jeweils zwei Bauern auf dem Brett. Auch hier schlägt die PC-Bewertung eindeutig zugunsten von Jan aus, allerdings mit Varianten, die nicht einfach zu verstehen sind. In der Partie verteidigte sich sein Gegner Patrick Seitz hartnäckig. Es gelang ihm, ein Bauernpaar abzutauschen, wonach Jan nur noch über einen Randbauern verfügte. Anschließend konnte der Böblinger seinen Turm gegen einen Läufer opfern und eine Stellung mit Randbauern und „falschem“ Läufer erreichen.

Durch diese Niederlage rutscht Grunbach 1 in der Tabelle von Platz 2 auf Platz 7 ab, was in der Endabrechnung ein Abstiegsrang sein könnte. Aber noch sind weiterhin acht Mannschaften eng zusammen (Platz 2 und Platz 9 trennen nur zwei Punkte). Lediglich Schönaich 2 hat sich deutlich abgesetzt und heute bereits die Meisterschaft klar gemacht. Am Tabellenende hat Feuerbach dagegen nur noch sehr geringe Chancen auf den Klassenerhalt.

Für Grunbach steht in zwei Wochen das Auswärtsspiel gegen Stuttgart 2 an. Aufgrund der geschilderten Tabellenkonstellation ist jeder weitere Kommentar zur Wichtigkeit dieser Begegnung überflüssig.

Berthold Rabus

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