Wichtiger Sieg für Grunbach 1 gegen Kornwestheim 1

In einem weiteren Nachholspiel der Verbandsliga gewann Grunbach knapp mit 4,5:3,5 gegen Kornwestheim und holte zwei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Auffallend war, dass es nur ein Remis bei sieben Weißsiegen (einmal kampflos) gab.

Grunbach hatte wie schon mehrfach im Saisonverlauf mit Aufstellungsproblemen zu kämpfen und musste Brett 1 kampflos verloren geben. Dazu kam, dass schon nach kurzer Zeit ein höherer Rückstand abzusehen war. Oskar Volk (3) hatte in der Eröffnung die Züge verwechselt und verlor ersatzlos einen ganzen Turm. Er schleppte die Partie zwar noch eine ganze Weile weiter, konnte aber die Niederlage gegen den Kornwestheimer Marc Schallner nicht verhindern.

Währenddessen erzielte Grunbach aber den zwischenzeitlichen Ausgleich durch zwei Siege. Die Partie von Udo Bangert (8) verlief lange Zeit unspektakulär, bis sein Gegner Phil Afonso in einem ausgeglichenen Läuferendspiel einige Fehler beging. Udo gewann einen Bauern und verwertete seinen Vorteil ohne große Gegenwehr zum Gewinn.

Alexander Siopidis (4) und Till Steinmeyer hatten eine unorthodoxe Eröffnung gespielt, aus der der Kornwestheimer mit Vorteil hervorging. Diesen behielt er im weiteren Verlauf, bis die Partie in der Zeitnotphase zugunsten von Alexander kippte, der eine Figur gewann.

Zwischenstand „zur Halbzeit“ 2:2.

Anschließend geriet Grunbach aber wieder in Rückstand. Vasileios Telioridis (5) hatte seinem Gegner Armin Winkler das Zentrum überlassen. Diesen Faktor und den damit verbundenen Raumvorteil nutzte der Kornwestheimer aus und gewann zwei Leichtfiguren für einen Turm, wonach Vasileios chancenlos war und kurz vor einer gegnerischen Bauernumwandlung aufgab.

Andreas Schnabel (6) stellte den erneuten Ausgleich her. Seine Partie gegen Wolfgang Gaus glich einer Achterbahnfahrt, bei der zunächst Andreas mit Raumvorteil und aktiveren Figuren Vorteil hatte. Sein Gegner konnte seine Stellung aber sukzessive verbessern und vor der Zeitkontrolle selbst Aktivität entfalten, während sich Andreas in die Defensive gedrängt sah. Im 40 Zug hatte er Glück, dass der Kornwestheimer einen forcierten Qualitätsgewinn ausließ. Anschließend war die Partie im Gleichgewicht, bis Andreas nach einem gegnerischen Fehler einen Angriff mit Turm und Springer auf den Punkt f7 mit einer zusätzlichen Mattdrohung verbinden konnte.

Zwischenstand somit 3:3 und noch zwei spannende Partien am Laufen:

Berthold Rabus (2) sah sich einem Angriff am Königsflügel ausgesetzt und suchte seine Chance in einem Minoritätsangriff am Damenflügel. Während sein Gegner Julian Maisch nicht weiterkam, holte Berthold einen Bauern ab und schob seinen entstandenen Freibauern auf der a-Linie nach vorne. Dessen Eliminierung kostete seinem Gegner einen weiteren Bauern. Nach der Zeitkontrolle und dem Übergang ins Endspiel mit Turm und Springer gewann Berthold einen dritten Bauern, sah sich aber einem unangenehmen Druck auf den Punkt f2 ausgesetzt. In abermals aufkommender Zeitnot machte er sich das Leben unnötig schwer und konnte seinen großen Materialvorteil erst nach einigem Hin und Her in einen vollen Punkt verwandeln.

Dadurch ging Grunbach nach sieben beendeten Partien erstmals in Führung.

Unser Captain Dirk König (7) konnte dann – aus Grunbacher Sicht erfreulicherweise – die Serie von ausschließlich Weißsiegen durchbrechen. Nach spannendem, aber ausgeglichenem Spielverlauf unterlief seinem Gegner Malte Kluge ausgerechnet im 40. Zug ein Fehler, durch den Dirk einen Bauern gewann. Im Endspiel Läufer gegen Springer machte Dirk die Angelegenheit nochmals unnötig spannend, als er einen Bauerndurchbruch zuließ. Die Computerbewertung schwankt im weiteren Verlauf mehrere Male zwischen einem Remis und einem Gewinn für Dirk, was für den Mannschaftssieg egal gewesen wäre. Dann die Aufregung: Dirk ist in eine Springergabel gelaufen und verliert seinen Läufer! Dirk kann es nicht fassen, die Zuschauer sind verwundert. Glücklicherweise gleich darauf Entwarnung: Der Kornwestheimer Malte Kluge weist von sich aus darauf hin, dass er versehentlich einen unmöglichen Zug gemacht hat.

In Anbetracht der Umstände einigen sich die beiden Spieler auf Remis – geschafft, 4,5 Punkte und der enorm wichtige Mannschaftssieg sind unter Dach und Fach.

Der Klassenerhalt ist nun in greifbarer Nähe. Mit etwas Glück hat sich die Situation bereits vor dem schweren Auswärtsspiel am letzten Spieltag gegen Wolfbusch geklärt. Dazu müssen aber noch die restlichen Nachholspiele anderer Mannschaften und auch der Verlauf in der Oberliga abgewartet werden.

Berthold Rabus

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