Am 7. Spieltag der Oberliga Württemberg verlor Grunbach 1 das erwartet schwere Auswärtsspiel gegen den SV Heilbronn II mit 3:5.
Zu Beginn gab es zwei unaufgeregte Remis zwischen Spyridon Skembris (1) und Gunnar Schnepp sowie Vasileios Telioridis (4) und Steffen Mages.
Danach geriet Grunbach durch zwei Niederlagen schon entscheidend in Nachteil. Peter Morlock (8) übersah gegen Jannis Hagenmeyer einen Springereinschlag auf d5, der einen Bauern kostete. Auch die Abwicklung ins Endspiel mit Turm und Läufer half nicht mehr. Nach dem Verlust eines zweiten Bauern musste Peter die Waffen strecken. Andrej Durica (7) hatte gegen Richard Walter eine vielversprechende Mittelspielstellung erreicht. Anstatt ruhig weiterzuspielen, ging er zu direkt vor und schaffte Schwächen im eigenen Lager. Diese nutzte der Heilbronner zu einem unparierbaren Mattangriff.
Für einen kleinen Grunbacher Lichtblick sorgte Udo Bangert (6). Er stand lange Zeit etwas gedrückt. Sein Gegner Daniel Schäfer verbrauchte aber viel Bedenkzeit und geriet früh in Zeitnot. Dadurch erkannte er zu spät, dass sich seine Dame im gegnerischen Lager verlaufen hatte. Die Drohung eines Damenfangs konnte er nur durch ein Qualitätsopfer abwenden. Anschließend hatte Udo alles im Griff. Zu guter Letzt stellte der Heilbronner kurz vor der Zeitkontrolle seine Dame dann doch noch einzügig ein.
Zu diesem Zeitpunkt war allerdings schon klar, dass nichts Zählbares herausspringen würde. Die noch laufenden Partien sahen allesamt nicht gut für Grunbach aus.
Bei Philipp Wagner (5) und Felix Hagenmeyer stand nach wechselhaftem Verlauf ein Damenendspiel mit einem Heilbronner Springer gegen drei Grunbacher Bauern auf dem Brett. Der Computer zeigt mehr oder weniger klaren Vorteil für die Springerpartei an. Am Brett ist die Stellung aber alles andere als einfach einzuschätzen, weshalb ein Remis vereinbart wurde.
Oskar Volk (2) hatte gegen Thomas Tschlatscher ein ausgeglichenes Endspiel mit Turm und Springer erreicht, als er eine versteckte Springergabel übersah und die Qualität verlor. Anschließend entstand ein Freibauernrennen, in dem sich Oskar tapfer wehrte. Schließlich entschied aber der Materialvorteil auf Heilbronner Seite.
Den Schlusspunkt setzten Berthold Rabus (3) und Ryszard Cwiek. Berthold stand die ganze Partie über schlechter und landete in einem verlorenen Endspiel mit einem schlechten Läufer gegen einen guten Springer. Im 40. Zug wählte der Heilbronner einen falschen Springerzug, wonach der Computer plötzlich wieder Ausgleich anzeigt. Der Unterschied zwischen den Alternativen erschließt sich aber höchstens nach einer umfangreichen Analyse. Jedenfalls gelang es Berthold mit mehreren Klimmzügen eine Stellung mit Läufer gegen Springer und Bauer zu erreichen und dieses dann auch Remis zu halten.
Nach dieser verdienten Niederlage ist Grunbach immer noch Tabellendritter. Der Abstand zu einem Abstiegsplatz beträgt aber nur zwei Punkte. Deshalb sollte am nächsten Spieltag gegen das nicht zu unterschätzende Schlusslicht Wernau dringend gepunktet werden.
Berthold Rabus