Mannschaftsremis bei Grunbach 1 und Heilbronn-Biberach

Am 6. Spieltag der Oberliga Württemberg trennten sich Grunbach 1 und Heilbronn-Biberach 4:4, womit beide Mannschaften zufrieden sein dürften.

Zu Beginn gab es drei rasche Remis zwischen Spyridon Skembris (1) und Philipp Müller, Linda Gaßmann (8) und Dr. Hubert Warsitz sowie Philipp Wagner (7) und Detlef Rook.

Danach geriet Grunbach in Nachteil, da ein Springer von Alexander Siopidis (5) ausgangs der Eröffnung mitten auf dem Brett gefangen wurde. Sein Gegner Eugen Holzinger räumte Alexander in der Folge noch einmal die Chance ein, die Figur zurückzugewinnen und zumindest halbwegs wieder in die Partie zu finden. Aber anscheinend war es nicht Alexanders Tag. Er ließ diese Möglichkeit aus und musste bald darauf die Waffen strecken.

Ein Blick auf die laufenden Partien zeigte zu diesem Zeitpunkt, dass höchstens an Brett 2 (sehr unübersichtlich) und Brett 4 (nach nicht so gelungener Eröffnung inzwischen die bessere Leichtfigur) Gewinnpotenziale vorhanden waren.
Zuerst gab es aber eine weitere Punkteteilung zwischen Oskar Volk (3) und Mohammad Haji. Oskar stand die meiste Zeit über gedrückt. Auch im Endspiel musste er eine etwas schlechtere Position verteidigen, als sich ihm urplötzlich die Möglichkeit zu einem Qualitätsgewinn bot. Stattdessen tauschte er das letzte Turmpaar ab, weil er wahrscheinlich einfach froh war, die Stellung im Leichtfigurenendspiel ausgleichen zu können.

An Brett 2 hatte Marek Karas einen optisch vielversprechenden Angriff inszeniert. Der Computer gibt aber keinen klaren Vorteil an. Auch Mareks Gegner Oliver Zeyer zeigte sich unbeeindruckt und hielt gut dagegen. Im Endspiel mit Türmen und Leichtfiguren schlug das Pendel aufgrund eines Freibauern auf der a-Linie sogar zu seinen Gunsten aus. Im 39. Zug unterlief ihm in Zeitnot aber der entscheidende Fehler. Anstatt des HN-Biberacher Freibauern wandelte sich ein Grunbacher um.
Durch diesen etwas glücklichen Sieg waren die Dinge für Grunbach wieder halbwegs im Lot. Aber eben nur halbwegs, dann inzwischen sah es an Brett 6 bei Vasileios Telioridis übel aus. Der Computer hatte schon früher die gegnerische Position aufgrund des Läuferpaars favorisiert. Vasileios konnte aber halbwegs gegenhalten, so dass die Stellung zumindest für das menschliche Auge noch annehmbar wirkte. Und tatsächlich konnte Vasileios das Läuferpaar seines Gegners Simeon Triantafillidis halbieren und ausgleichen. Vor der Zeitkontrolle entglitt Vasileios aber wieder die Kontrolle. Er verlor im Endspiel zwei Bauern und auch ein verzweifelter Mattangriff mit Turm und Springer wurde von seinem Gegner problemlos pariert.

Nun lag es an Berthold Rabus (4), zumindest noch für ein Mannschaftsremis zu sorgen. Wie oben erwähnt hatte er aus der Eröffnung wenig bis gar nichts herausgeholt. Sein Gegner Alexander Arns verbrauchte aber trotz übersichtlicher Stellung sehr viel Bedenkzeit, die ihm bei der Stellungsbeurteilung beim Übergang ins Endspiel fehlte. Bertholds Springerpaar war dem gegnerischen Springer und schlechten Läufer deutlich überlegen. Bald nach der Zeitkontrolle geriet sein Gegner wiederum in Zeitnot, was die ohnehin nicht leichte Verteidigung weiter erschwerte. Nach dem Tausch eines Springerpaars konnte Berthold durch ein vorübergehendes Bauernopfer mit seinem König am Königsflügel eindringen und mit seinem Springer auf dem Damenflügel den entscheidenden Bauern gewinnen.

Entsprechend groß war auf Grunbacher Seite zum Schluss die Erleichterung und die Freude über den einen Mannschaftspunkt, der im Kampf um den Klassenerhalt sehr wichtig ist. Denn obwohl Grunbach nach sechs Spieltagen völlig überraschend auf Platz zwei liegt, ist der Verbleib in der Liga angesichts der engen Tabelle und der noch ausstehenden schweren Mannschaftskämpfe noch nicht zu 100 % gesichert.

Berthold Rabus

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